Moosburg, St. Kastulus-Münster, Romanisches Westportal

3D-REKONSTRUKTION/ ECHTZEITANWENDUNG

2010/11 Entwicklung einer 3D Echtzeitanimation zur Präsentation der nachgewiesenen Farbbefunde.
Bauherr: Kunstreferat des Erzbischöflichen Ordinariates München

Das romanische Westportal.

Das rundbogige Stufenportal war nach einem ersten Umbau im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts polychrom gefasst. Identische Farbpartikel einer mittelalterlichen Fassung lassen sich auf allen Architekturelementen nachweisen. In den nachfolgenden Zeiten erfolgten mehrere weißfarbene Überfassungen. Heute erscheint das romanische Portal steinsichtig; nur noch wenige Reste der einst vorhandenen polychromen Fassung sind noch mit bloßem Auge erkennbar.

Farbfassungsuntersuchungen mit dem mobilen Mikroskop am romanischen Westportal des St. Kastulusmünsters.
Diese Farbuntersuchungen dienen der Rekonstruktion als Grundlage. Nur an den Stellen, die eindeutige Fassungsreste aufweisen, ist eine Farbrekonstruktion möglich. Die Rekonstruktion kann sich ausschließlich auf die nachgewiesenen “Grundfarbigkeiten” eines Gewandes, Schuhs o.ä. beziehen. Muster oder Licht- und Schattenmalereien sind aufgrund der sehr kleinteilig überlieferten Farbfassungreste nicht nachzuweisen.

Eine erste Farbrekonstruktion direkt auf dem Gerüst.
Die aquarellierte Farbanlage stellt hier lediglich eine Dokumentation der Farbigkeit dar. Es besteht in dieser zweidimensionalen Darstellung der Farbigkeit auf Papier kein Anspruch auf einer Wiedergabe eines Materialcharakters.

Überlieferte Reste einer blauen Farbfassung des Gewandes des segnenden Christus.
Die Fotografie links zeigt deutlich, in welcher Größe und in welchem Ausmaß die polychromen mittelalterlichen Farbfassungen erhalten sind. Oben im Bild ist ein Querschliff der blauen Farbfassungspartikel zu sehen. Nach laboranalytischer Auswertung der blauen Fassung des Christusgewandes konnte eine Azuritfassung auf einer weißen Grundierung nachgewiesen werden. Die Untersuchungen erfolgten im Labor Drewello & Weißmann, Bamberg.

Detailaufnahme des Portals.
Zustand nach der Reinigung 2010.

3D-Modell des Portals.
Dieses Modell wurde nach einer Scanvorlage neu modelliert.

Virtuelle Farbrekonstruktion
Texturierung des Modells nach wissenschaftlichen Untersuchungen zur Maltechnik (Zwischenstand).

Detailfotografie aus dem Bereich der Archivolten.
Zustand nach der Reinigung 2010.

virtuelle Farbrekonstruktion
Texturierung der Archivolte nach wissenschaftlichen Untersuchungen zur Maltechnik (Zwischenzustand).